Geschichte
"Auch wenn Griechenland zerstört würde, so blieben übrig ein Olivenbaum, eine Weinrebe und ein Boot. Das ist genug, um das Land wieder aufzubauen."Odysseas Elytis, griechischer Dichter und Nobelpreisträger
„Ich bin die Olive, die achtbare …" schreibt 1882 unser aus Messolongi stammende Literat, Kritiker, Dichter und Dramatiker Kostis Palamas über die „… verwöhnteste und von Gott gesegnete Tochter der Sonne …" in seinem ihr gewidmeten Gedicht: „die Olive".
Unzählige griechische Philosophen, Dichter, Literaten und Dramatiker; von Homer beginnend über Sophokles und Platon bis hin zum mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichneten Dichter Odysseas Elytis oder auch Nikos Kazantzakis, aus Kreta stammend und einer der bedeutendsten griechischen Schriftsteller (Alexis Zorbas) des letzten Jahrhunderts, ließen sich vom Olivenbaum inspirieren.
Auf alten Amphoren und Wandmalereien, auf neueren Kunstwerken und Gemälden ist der Olivenbaum, dessen Bearbeitung, dessen Früchte und deren Ernte auf verschiedene Art und Weise abgelichtet. Durch zahlreiche Rituale, Sprichwörter, Redewendungen, Volkslieder, Volksfeste und Veranstaltungen sind die Olive, der Olivenzweig und das Olivenöl traditionell eng mit dem griechischen Volk verbunden.
Der Legende nach und als Symbol des ewig fruchtbaren griechischen Bodens soll Pallas Athene, die Göttin der Reinheit und der Weisheit, den ersten Olivenbaum der Welt auf dem heiligen Felsen der Akropolis in Athen gepflanzt haben - wo später Perikles, der Athener Stratege, Staatsmann und Vater der Demokratie, den ihr gewidmeten Tempel Parthenon unter der künstlerischen bzw. bildhauerischen Oberleitung von Phidias, dem größten Bildhauer seinerzeit und nach dem Entwurf der Architekten Iktinos und Kallikrates, neu errichten ließ -.
Bei den heiligen Olympischen Spielen, welche als Teil der Panhellenischen Spiele alle vier Jahre im heiligen Hain von Olympia in der Landschaft Elis im nordwestlichen Teil der Halbinsel Peloponnes zu Ehren des Göttervaters Zeus ausgetragen wurden und sogar kriegerische Auseinandersetzungen für die Zeit der Spiele ruhen ließen, wurden die Sieger mit dem Kotinos gekrönt.
Der Kotinos, der Kranz aus den Zweigen des sich in der südlichen Seite des Zeus-Tempels in Olympia befundenen Wildolivenbaumes, welcher, der Sage nach, von Herakles selbst nach Vollendung seiner zwölf Heldentaten gepflanzt worden war, symbolisierte als Zeichen des Sieges und des Friedens den ehrlichen, gerechten aber auch extrem harten Wettkampf und war zugleich die höchste Ehrung, nicht nur für den Sieger und dessen Familie, sondern auch für die Stadt, die ihn geboren hat.
Der mit dem Kotinos gekrönte Sieger kehrte triumphal in seine Stadt zurück; widmete der seiner Heimatstadt beschützenden Gottheit seinen Siegeskranz als Opfergabe, lebte fortan ehrenvoll und genoss diesen Ruhm bis an sein Lebensende. Ein Teil der Stadtmauer wurde symbolisch abgerissen, durch die dem Olympioniken, dem Sieger von Olympia, auf dessen Wagen feierlich Einlass gewährt wurde, denn eine Stadt, die einen Olympioniken geboren hat, braucht keine Mauern …
Eins der sieben Weltwunder der Antike, die um das 5. Jahrhundert v. Chr. erbaute, über zwölf Meter große und hauptsächlich aus Elfenbein und Gold bestehende Zeus-Statue des großen Bildhauers Phidias in Olympia, zeigte den obersten olympischen Gott und Herrscher über Himmel und Menschen auf seinem Thron sitzend, mit einem Kranz aus Olivenzweigen auf dem Haupt, wie ihn auch die Sieger der Wettkämpfe trugen.
Den Olympischen Spielen ähnlich ging es bei den Panathenäen, dem Fest aller Athener, dem größten religiösen wie auch politischen Fest des antiken Athens zu, das zu Ehren der Namenspatronin und Schutzgöttin der Stadt gefeiert wurde. Bei diesen Wettkämpfen ging es zum einen um die Ehre des Sieges und zum anderen, und je nach Wettkampf, um die Anzahl der Preisamphoren der jeweiligen Disziplin, welche gefüllt waren mit dem geweihtesten aller Öle: dem Olivenöl.
Alte Inschriften der minoischen Kultur belegen, dass die Menschen damals, vor mehr als 3.500 Jahren, den Göttern ein mit Kräutern gewürztes und parfümiertes Olivenöl als Opfergabe darbrachten und bei Homer ist zu lesen, dass Aphrodite, die Liebesgöttin, den toten Hektor, den Sohn König Priamos von Troja, mit einem mit Rosenblättern aromatisierten Öl einrieb.
Der Olivenzweig, das Symbol des Friedens
Olivenöl ist wahrlich mehr als ein kulinarischer Reichtum. Wie kaum ein anderes Elixier wird es seit Jahrtausenden neben seinen bemerkenswerten gesundheitlichen Vorteilen und religiösen wie auch kulturellen Ritualen mit vielen Tugenden in Verbindung gebracht wie Wohlstand, Wohlbefinden aber vor allem als Friedenssymbol. Erwähnenswert in der griechischen Mythologie der durch Boten überbrachte Olivenzweig als Zeichen des Waffenstillstandes oder, im Alten Testament, die von Noah ausgesandte Taube, die mit einem frischen Olivenzweig im Schnabel wiederkehrte und als göttlichen Frieden das Ende der Sintflut ankündigte.
Auch heutzutage gilt der Olivenzweig als weltbekanntes wie auch zeitloses Friedenssymbol als Wappen der Vereinten Nationen. Die 2004 in Griechenland stattgefundenen Olympischen Spiele hatten als Symbol - wie hätte es auch anders sein können - … den Olivenkranz.
Das Olivenöl als Symbol des Lebens
Von der Antike bis in die heutige Zeit verehrt man in Griechenland den Olivenbaum, den Olivenzweig und folglich das Olivenöl in religiösen wie auch kulturellen Ritualen als ein Symbol des Lebens.
Zum Weihen der Altäre, zur Beleuchtung der Tempel benutzte man und benutzt auch heutzutage Olivenöl. Das Ewige Licht an jedem Grab, in jedem Altar und unter jeder Ikone Mutter Gottes beinhaltet Olivenöl. Uns Griechen begleitet dieses Lebenselixier neben seinen bemerkenswerten Raffinessen in der Küche traditionell unser gesamtes Leben lang; und zwar von der Taufe bis in den Tod hinein in kulturellen aber überwiegend religiösen Ritualen …
In einigen ländlichen Regionen Griechenlands pflanzt man heute noch als Symbol der Langlebigkeit bei der Geburt eines Kindes einen Olivenbaum, der auch oft den Namen des Kindes erhält und eine Hoffnung vermittelt, dass der/die Heranwachsende, ebenso wie dieser Baum mit diesem Land und dessen Traditionen verwurzelt bleibt.
"Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein ..."
Hippokrates (460 bis etwa 377 v.Chr.) Arzt und Vater der Heilkunde
Gesundes Olivenöl
Olivenöl: Von Homer, dem antiken Dichter und Autoren der Ilias und Odyssee, als das „flüssige Gold" betitelt und von Hippokrates, dem Urvater unserer heutigen modernen Medizin, als „der große Heiler" bezeichnetes Lebenselixier, ist nicht nur eine begehrte Kochzutat, eine kulinarische Bereicherung oder, wie allzeit bekannt, ein unverzichtbarer Bestandteil der gesunden mediterranen Ernährung; es ist auch ein Symbol für alte Traditionen, außergewöhnlichen Geschmack und bemerkenswerte gesundheitliche Vorteile.
Aus antiken Zivilisationen, wie die der Griechen und der Römer, erfahren wir, dass sie das Olivenöl neben seinen kulinarischen Feinheiten auch wegen seiner zahlreichen medizinischen und gesundheitsfördernden Eigenschaften verehrten; man nutzte es bei Verstauchungen, Gliederschmerzen, offenen Wunden aber auch zur Entspannung oder als Feuchtigkeitsspender für die Haut; übrigens etwas, das sich bis in die heutige Zeit hinausdehnt. Ein Beispiel ist unsere Region im Landkreis Messenien, wo noch viele, und nicht nur der älteren Generation, das Olivenöl ihrer Olivenhaine den herkömmlichen Salben vorziehen, wie sie es von ihren Eltern und Großeltern übermittelt bzw. vorgelebt bekommen haben oder dass sie morgens, gleich nach dem Aufstehen, einen Esslöffel Olivenöl von ihrem eigenen Olivenhain zu sich nehmen, um ihr Wohlbefinden zu steigern.
In den verschiedenen Kulturen des Mittelmeerraumes gewann das Olivenöl mit der Zeit eine immer größer werdende Bedeutung und wurde neben seiner entspannenden und gesundheitsfördernden Leistung auch mit Begriffen wie Frieden, Wohlstand und Wohlbefinden in Verbindung gebracht. Auswirkungen dieser Verbindungen spiegeln sich auch heutzutage in Form von überlieferten Redewendungen, Ritualen, Volksliedern wie auch Sitten und Gebräuchen in den Gedanken und Gepflogenheiten der Menschen; und zwar nicht nur in Griechenland, sondern wohl auch im gesamten Mittelmeerraum wider.
Neben seinen traditionellen und geschichtlichen Eigenschaften sowie den verschiedenen kulinarischen Raffinessen im Bereich der Ernährung ist extra natives Olivenöl immer mehr Gegenstand umfangreicher wissenschaftlicher Forschungen namhafter Ernährungswissenschaftler und Mediziner geworden, die sich mit der gesundheitsfördernden Kraft der Olive beschäftigen und mit geradezu bemerkenswerten Ergebnissen. Ergebnisse, die deutlich machen, dass Olivenöl, besonders der nativ extra Klasse, nicht nur ein kulinarischer Schatz ist, sondern auch ein wissenschaftlicher Schlüssel für eine bessere Gesundheit. Zu den zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen bei regelmäßigem Genuss eines extra nativen Olivenöls gehören zweifellos die hohe Anzahl an einfach ungesättigten Fettsäuren, die zur Aufrechterhaltung eines gesunden Cholesterinspiegels beitragen können wie auch die potenzielle Rolle des extra nativen Olivenöls als reichhaltige Quelle an Antioxidantien wie Vitamin E und Polyphenolen mit deren entzündungshemmenden Eigenschaften zur Bekämpfung von oxidativem Stress im Körper.
Erwähnenswert ist auch, dass extra natives Olivenöl unterstützend wirkt bei Ihren eigenen Bemühungen gesund zu leben und gesund zu bleiben; und immer in Verbindung mit einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung sowie einer gesunden Lebensweise.
Abschluss:
Von seinem antiken Ursprung bis hin zu seiner heutigen Bedeutung in Küchen und gesundheitsbewusstem Lebensstil hat Olivenöl der extra nativen Güteklasse seinen Ruf als flüssiges Gold wahrlich verdient. Ob man es über einen knackigen Salat träufelt, zum Sautieren von Gemüse oder Meeresfrüchten verwendet oder einfach nur mit einem Stück knusprigem Brot genießt – die Vielseitigkeit und die gesundheitlichen Vorteile von Olivenöl machen es zu einer unverzichtbaren Zutat in der Speisekammer eines jeden kulinarischen Liebhabers.
Denken Sie bei Ihren kulinarischen Abenteuern daran, nicht nur seine aromatische Vielfalt sowie den exquisiten Geschmack, sondern auch die zahlreichen gesundheitlichen Vorteile zu genießen, die extra natives Olivenöl auf Ihren Tisch bringt.